Aktien USA
3.02.2021 - 3 minute read

Wir bleiben positiv gegenüber US-Aktien, sind aber wachsamer


Von Roland Rupprechter, Certified European Financial Analyst (CEFA)



Fundamentale Einschätzung


Die US-Börsen sind fulminant in das neue Jahr gestartet. Die Technologiebörse Nasdaq und der wichtigste US-Index S&P 500 erreichten Anfang Februar neue Rekordhochs.


Verantwortlich dafür waren bessere Konjunkturdaten, steigende Gewinnerwartungen und die expansiv gebliebene US-Geldpolitik. Auch sind im Januar viele Quartalsberichte besser ausgefallen als erwartet. Hier haben besonders die großen US-Banken überrascht. Neben den außerordentlichen Ergebnisbeiträgen aus dem Kapitalmarktgeschäft sind insbesondere die Auflösungen von zuvor getroffenen Rückstellungen für Kreditausfälle dafür verantwortlich, dass das notorisch schwierige vierte Quartal einmal positiv hervorsticht. Fortschritte bei der Vakzinierung und die Perspektive von weiterhin großzügig gewährten, fiskalischen Unterstützungen sprechen tatsächlich für einen breiten globalen Aufschwung und damit für weniger Kreditausfälle als zuvor befürchtet. Nachhaltig dürften sich die Perspektiven des Finanzsektors jedoch erst mit wieder höheren Zinsniveaus aufhellen.


Stichwort Zinsniveau: Diesem muss zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit zukommen als in normalen Zeiten. Denn die sportlich hohen Bewertungen vieler Anlageklassen sind ohne die Annahme dauerhaft niedriger Zinsen kaum zu rechtfertigen.


Diesbezüglich geht derzeit wenig Gefahr von der US-Notenbank aus, da Fed-Chef Jerome Powell anlässlich eines Webinars der Princeton-University versprochen hat, die Welt rechtzeitig vorzuwarnen, sollte die Fed jemals über eine restriktivere Geldpolitik nachdenken. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich mehr auf das lange Ende. Hier liegt die zehnjährige Breakeven-Inflation mit aktuell knapp über zwei Prozent leicht über dem - neuerdings „symmetrisch“ interpretierten - Zielwert. Die Realverzinsung liegt dagegen weiterhin unverändert tief im negativen Bereich. Kapital ist offenbar derzeit weniger knapp als etwa Kupfer oder Halbleiter für den Automobilbau.


Da wir mit einer weiteren Konjunkturerholung sowie höheren Gewinnausweisen rechnen, bleiben wir positiv für US-Aktien. Allerdings vermeiden wir hoch bewertete Aktien wie beispielsweise Tesla. Diese ist derzeit so hoch am Aktienmarkt bewertet wie Daimler, Volkswagen, BMW, Porsche, PSA, Renault, Fiat Chrysler, Toyota, Nissan, Honda, Mitsubishi, Ford, General Motors, KIA und Hyundai zusammen.


Abbildung 1: USA LEITINDEX S&P 500

Figure 4 Wideframe
Quelle: Thomson Reuters, eigene technische Analyse


Markttechnik

Der US-Leitindex S&P 500 hatte ausgehend vom im März vergangenen Jahres verzeichneten Crash-Tief bei 2.192 Punkten eine dynamische Rally gestartet und dabei einen V-förmigen Boden ausgebildet. Der entsprechende Aufwärtstrend beförderte die Notierung bereits im August auf neue historische Höchststände. Ende Januar hatte der Index eine dreiwellige Korrektur vollzogen. RSI und MACD wechselten dabei von überkauft auf überverkauft, was wieder für Luft nach oben sorgte. Ein Schluss über der Hürde von 3.860 Punkten würde eine Ausdehnung der Rally in Richtung 4000 bedeuten. In der umgekehrten Richtung liegen die Unterstützungen bei 3.827 Punkten und 3.805 Punkten. Darunter wäre jedoch eine Korrektur in Richtung zunächst 3.750 Punkte und 3.663-3.688 Punkte zu favorisieren.








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