Hochzinsanleihen
29.05.2020 - 3 minute read

Das Umfeld für Hochzinsanleihen bleibt hoch volatil und unsicher, da sich die Umstände derzeit sehr schnell ändern. Eine Gefahr sind besonders die steigenden Ausfallraten, die zunehmen werden.


Von Roland Rupprechter, Certified European Financial Analyst (CEFA)



Fundamentale Einschätzung


High-Yield-Bonds oder Hochzinsanleihen sind Obligationen, die von Emittenten ausgegeben werden, deren Bonität von den Rating-Agenturen mit «BB+» oder schlechter eingestuft wird. Sie zählen damit nicht mehr zu dem investierbaren Bereich (Investment-Grade). Die Risikoaufschläge für diese Bonds, also die Differenz zwischen der Rendite der Bonds und dem risikofreien Zinssatz, haben sich in den letzten Wochen infolge des Corona-bedingten Shut-Downs erheblich ausgeweitet und ein Niveau erreicht, das mit dem vom September 2011 vergleichbar ist.


Der Ausverkauf am Markt für High-Yield-Bonds hat zu Beginn vor allem schwächere Ratings betroffen, inzwischen hat er sich auf alle Bonitätsnoten und Sektoren ausgeweitet. Investoren differenzieren nicht mehr. Das Umfeld bleibt hoch volatil und unsicher, da sich die Umstände derzeit sehr schnell ändern. Eine Gefahr sind besonders die steigenden Ausfallraten, die zunehmen werden.


Die Rating-Agentur Fitch erwartet, dass die kumulativen Ausfallraten bei hochverzinslichen und fremdfinanzierten Unternehmenskrediten in Europa und den USA in den kommenden zwei Jahren bei 12 bis 15% liegen werden. Eine anhaltende Ausweitung der Risikoaufschläge und die volatilen Bedingungen an den Kapitalmärkten werden für viele Emittenten zu Schwierigkeiten beim Marktzugang und somit frischer Liquidität führen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Lage an den Finanzmärkten in den kommenden Wochen deutlich aufhellen wird. Wir stufen daher Hochzinsanleihen von neutral auf negativ zurück.


Investoren, die mit dem Gedanken spielen, die attraktiven Renditeaufschläge als Anlass für den Einstieg am High-Yield-Markt zu nutzen, sollten sich die Risiken dieses Segments bewusst machen und bei einem Kaufentscheid unbedingt breit streuen, am besten über einen Fonds.


Abbildung 1: Spread (bonitätsschwacher) Hochzinsanleihen zu bonitätsstarken Staatsanleihen

Figure 1 Wideframe
Quelle: Thomson Reuters, Datastream




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