Inflation-linked-Bonds
29.05.2020 - 3 minute read

Es ist derzeit kein wachsender Preisdruck zu sehen, der die EZB dazu bewegen könnte, ihre ultra-expansive Ausrichtung der Geldpolitik aufzugeben. Wir bleiben daher neutral gegenüber inflationsindexierten Anleihen.


Von Roland Rupprechter, Certified European Financial Analyst (CEFA)



Fundamentale Einschätzung


Die Inflation in Österreich ist im April auf 1,5 Prozent gesunken, teilte die Statistik Austria zu ihren monatlichen Berechnungen des Verbraucherpreisindex (VPI) mit. Im Vormonat lag sie noch bei 1,6 Prozent. Der massivste Preistreiber waren die Wohnkosten – ohne Wohnen hätte die Inflation nur ein Prozent betragen. Auch Nahrungsmittel verteuerten sich spürbar. Dämpfend auf die Preise wirkte der Preisrutsch bei Treibstoffen und Heizöl.


Wegen der Coronaviruskrise musste die Berechnung adaptiert werden. Die umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens hätten sich auch auf die Berechnung der April-Inflationsrate ausgewirkt, erklärte die Statistik Austria. Ein Teil der Preise habe nicht wie gewohnt erhoben werden können und sei daher ersetzt oder fortgeschrieben worden. Es kamen unterschiedliche Methoden und Ansätze zur Anwendung, um die Erhebungsausfälle zu kompensieren bzw. um ihren Einfluss auf die Inflationsrate zu begrenzen.


Angesichts des jüngsten Ölpreisanstiegs und kurzfristig weiterwirkender positiver Basiseffekte rechnen wir für Mai und Juni mit einem Inflationsanstieg sowohl für Österreich als auch den Euroraum. Nach dem Abklingen der Basiseffekte dürfte der Trend ab Juni wieder leicht abwärtsgerichtet sein. Nachdem also kein nachhaltig wachsender Preisdruck zu sehen ist, der die EZB dazu bewegen könnte, ihre ultra-expansive Ausrichtung der Geldpolitik aufzugeben, bleiben wir neutral gegenüber Inflation linked Bonds.


Abbildung 1: Inflationsentwicklung Österreich und Europa

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Quelle: Thomson Reuters, Datastream




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