Ausblick Aktien
24 November 2021 - 3 Minuten Lesezeit

Wir glauben an eine anhaltend gute Aktienstimmung

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktienmärkte hatten trotz aller realwirtschaftlichen Turbulenzen ein gutes Jahr. Mit Blick nach vorne erwarten wir zumindest bis zum Sommer 2022 mit einer Fortsetzung der Kurssteigerungen. Der zweite Konjunkturfrühling sollte nochmals für deutliche Gewinn- und Dividendenzuwächse sorgen.


Die konjunkturellen Perspektiven bleiben günstig. Denn anders als im Anschluss an die globale Finanzkrise 2008/2009, wird es in den kommenden Jahren keine Konsolidierung der Staatshaushalte geben. Damals wurde insbesondere den Peripherieländern eine Sparpolitik auferlegt, die sich zwischen Mitte 2009 und Mitte 2013 unter anderem in stagnierenden staatlichen Konsumausgaben und Investitionen niederschlug. Das war ein Grund für das im selben Zeitraum nur unterdurchschnittliche BIP-Wachstum von 0,7% pro Jahr.


Statt den Schuldenstand durch Sparanstrengungen zu reduzieren, will man nun aus den Schulden »herauswachsen«. Aus diesem Grund dürfte der Staatskonsum in der Eurozone in den kommenden Jahren jährlich um etwa 2,0% wachsen, was dem Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2009 entspräche. Die EU-Kommission versüßt das Ganze mit mehr als 800 Mrd. EUR aus dem Wiederaufbaufonds Next Generation EU, von denen etwa 640 Mrd. EUR in Euroländer fließen. Das entspricht mehr als 5% des nominalen BIP der Eurozone im Jahr 2019.


Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass die Wirtschaftsleistung auch 2022 und 2023 erkennbar stärker zunimmt, als es dem langfristigen Wachstumspotenzial von knapp 2,0% entspricht.


Nach Angaben der OECD dürfte auch die weltweite Konjunktur weiter (leicht) überdurchschnittlich wachsen. Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 soll um 4,5 Prozent zulegen.


Da das Tempo der konjunkturellen Erholung in Europa, von einer niedrigeren Basis ausgehend, höher ausfallen dürfte als beispielsweise in den USA, sehen wir für europäische Aktien das größte Kurspotenzial. Dazu passt auch die im Vergleich niedrigere Bewertung. Trotz dieser Einschätzung raten wir Investierenden dazu, das Aktiendepot konsequent global auszurichten.


In diesem Zusammenhang haben wir das strukturelle Gewicht des US-Aktienmarktes in unseren Aktienfonds angehoben. Im nächsten Jahr dürften US-Aktien nach der starken Outperformance ihren europäischen Pendants zwar etwas hinterherhinken, der stärkere US-Dollar dürfte diesen leichten Nachteil für den in Euro denkenden Anleger aber wettmachen.


Wir glauben an eine anhaltend gute Aktienstimmung


Im Jahr 2022 dürften die Konzerne ihre Profite weltweit im Durchschnitt um 10 Prozent steigern. Die Unternehmensgewinne sind ein solides Polster, auch für den Fall leicht sinkender Aktienbewertungen. Sie ermöglichen in Verbindung mit Dividenden und Aktienrückkaufprogrammen einen attraktiven Gesamtertrag.


Das Thema Stagflation wird derzeit heiß diskutiert. Für uns ist die Stagflationsgefahr überbewertet. Die Inflation ist zwar da, wir betrachten sie aber wie die Notenbanken nur als temporäres Phänomen. Für das kommende Jahr erwarten wir, dass die Verbraucherpreise aufgrund auslaufender Basiseffekte sowie abnehmender Lieferengpässe wieder sinken werden.


Bleiben die Realzinsen weiter negativ, spricht auch einiges dafür, dass die hohen Bewertungen gehalten werden können. Zudem sollte sich eine weitere Entspannung in der Corona-Pandemie einstellen, um die eingepreisten Öffnungs-Hoffnungen zu bestätigen. Dazu kommt, dass viele Anlegerinnen und Anleger nach wie vor auf Massen von Liquidität sitzen. Die Anlagealternativen sind rar gesät.


Vor diesem Hintergrund würden wir mögliche Schwächephasen in den kommenden Wochen zunächst weiter zur Aufstockung von Aktienbeständen nutzen. Trotz guter Perspektiven für Rohstoffe und ausgewählten Unternehmensanleihen sehen wir Aktien insbesondere mit Blick auf das erste Halbjahr 2022 als die aussichtsreichste Anlageklasse an. Entsprechend sollten sie im Depotkontext übergewichtet bleiben.


Mit Blick auf das zweite Halbjahr dürfte es dann aufgrund zunehmend hawkisherer Töne der US-Notenbank volatiler werden, was spätestens im Sommer Anpassungen im Depot erfordert. Um diese müssen sich Investierende, welche den R&B Aktien Global aktiv Fonds halten, nicht kümmern. Erforderliche Anpassungen in diesem Fonds werden von uns automatisch vorgenommen.



Ihr

   

Roland Rupprechter  











Roland Rupprechter, MBA, CPM, CEFA









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