23. JUNI 2023 - R&B Roland Rupprechter
Marktausblick Aktien
Die Berichtssaison zum ersten Quartal ist positiv zu Ende gegangen. Mehrheitlich haben die Unternehmen die in sie gesetzten Erwartungen geschlagen. Unsere seit längerem positive Einschätzung für europäische Aktien hat sich bislang als richtig herausgestellt, die Kurse sind im Jahresverlauf deutlich gestiegen. Ausgewählte europäische Aktien gehören weiterhin zu unseren Favoriten. Der Bewertungsabschlag gegenüber US-Aktien ist nach wie vor hoch, die Dividendenrenditen sind mit 3,1 % für den Eurostoxx 50 attraktiv.
Ausblick
Die asiatischen und europäischen Aktienmärkte dürften auf Sicht von zwölf Monaten deutlich aussichtsreicher sein als der US-Markt. Für Europa sprechen vor allem die positiven Gewinnrevisionen und für Asien, insbesondere die dortigen Schwellenländer, ein erwartetes zweistelliges Wachstum der Unternehmensgewinne im Jahr 2024.
Kurzfristig als Belastung für US-Aktien könnten sich die erwarteten höheren Renditen zehnjähriger US-Anleihen erweisen, welche die Bewertungen von Aktien, also die Kurs-Gewinn-Verhältnisse, unter Druck setzen dürften. Längerfristig sehen wir aufgrund erwarteter Leitzinssenkungen der Fed (ab Anfang 2024) ein positives Marktumfeld für US-Aktien.
Einer der Top-Performer in Asien war im laufenden Jahr der japanische Aktienmarkt, der derzeit beinah schon ein ähnlich hohes Niveau erreicht hat wie in den Jahren 1989 und 1990. Anders als vor circa 30 Jahren sind die Bewertungen aber bei weitem nicht so überzogen wie damals. Generell bieten japanische Aktien für Anleger die Möglichkeit, an der asiatischen Wachstumsstory teilzuhaben. Positiv auswirken sollte sich vor allem die Öffnung der chinesischen und der heimischen Wirtschaft sowie die Rückkehr der Touristen. Japan dürfte also mittelfristig ein durchaus interessanter Markt für Anleger sein, auch wenn kurzfristig die Kurse schon recht weit gelaufen sind.
In Europa sind wir nach wie vor sehr positiv für europäische Nebenwerte gestimmt. Die Titel haben sich bislang unterdurchschnittlich entwickelt, die Bewertung liegt um etwa 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre. Damit sollten die Titel über ein erhebliches Aufholpotenzial verfügen.