25. März 2026 - Roland Rupprechter, CEFA

Gold und Silber trotz Iran Krieg im Sturzflug. Wie von uns prognostiziert.

Wie geht es mit dem Gold weiter und was empfehlen wir?


Gold und Silber trotz Iran Krieg im Sturzflug


Die Preise für Gold und Silber haben kräftig nachgegeben. Mit dem Rückgang des Goldpreises auf 4.300 US-Dollar je Feinunze sind wider Erwarten auch alle Gewinne vom Jahresanfang aufgezehrt. Seit dem Rekordhoch von knapp 5.600 US-Dollar Ende Jänner belaufen sich die Verluste inzwischen auf fast 1.300 US-Dollar oder 23 Prozent.

Noch stärker kam Silber unter Druck. Der Preis für eine Feinunze Silber büßte seit Ende Jänner fast die Hälfte seines Rekordstands von knapp 122 Dollar ein. Am Montag gab der Silberpreis weitere fünf Prozent auf 64,25 Dollar ab. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als drei Wochen verbilligte sich Silber um mehr als 30 Prozent.


Weshalb konnte Gold nicht vom Iran-Krieg profitieren?


Trotz anfänglicher Gewinne im Gold, welche dem klassischen Flucht-in-sichere-Häfen-Reflex entsprach, kam es sehr rasch zu einem Stimmungs- und Richtungswechsel.

Stark gestiegene Öl- und Gaspreise haben die Inflationsrisiken erhöht und die Aussichten auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und anderer Zentralbanken verringert. Höhere Zinsen belasten tendenziell Edelmetalle, da sie keine Zinsen abwerfen.


Wie geht es mit dem Gold weiter?


Die stark überkaufte Situation, von welcher wir in unserem Marktbericht „Auch Gold wächst nicht in den Himmel" von Anfang Februar gewarnt haben, hat sich durch die kräftige Preiskorrektur komplett aufgelöst. Technisch gesehen ist Gold aktuell sogar überverkauft. Eine positive Gegenbewegung ist daher jederzeit möglich.

Fundamental gesehen wird die Entwicklung des Goldpreises in den kommenden Monaten von vier wesentlichen, miteinander verknüpften Faktoren bestimmt werden: den Realrenditen, dem Ausmaß und der Dauer des energiepolitischen und geopolitischen Schocks, der Stärke des US-Dollars sowie den Kapitalflüssen.

Kurzfristig betrachtet ist das wahrscheinlichste Ergebnis eine Phase erhöhter Volatilität.

Längerfristig gesehen beurteilen wir die Aussichten für Gold und Silber positiv. Dafür sprechen strukturelle Faktoren – insbesondere die andauernde Nachfrage der Zentralbanken und das Anhalten politischer Unsicherheiten. Zudem sollte auf aktueller Preisbasis die Schmuck- und Investmentnachfrage wieder anziehen.


Was sollten Anleger jetzt tun?


Wenn es um Portfolioentscheidungen geht, ist ein schlechter Ratgeber, emotional auf kurzfristige Kursschwankungen zu reagieren. Wir empfehlen Langfrist-Investoren daher Gold weiterhin als strategische Anlage zur Diversifikation und Absicherung zu halten.

Wer ernsthafte Bedenken hinsichtlich systemischer Risiken, einer Dollarentwertung oder eines Hard-Landing-Szenarios hegt, stockt Gold jetzt auf.

Auch kursorientierten Anlegern bietet die aktuelle Schwächephase eine gute Gelegenheit, von zeitlich gestaffelten Käufen mittelfristig zu profitieren.

Mehr R&B Marktberichte finden Sie hier: www.rbvm.at/research.html




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