20. Dezember 2024 - R&B Roland Rupprechter, CEFA
Korrektur nach FED-Sitzung als Einstiegschance
Börsen nach der US-Wahl im Aufwind
Die US-Börsen haben nach der Zinsentscheidung vom 18.12.2024 der US-Notenbank Federal Reserve kräftig Federn gelassen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 2,6 Prozent tiefer auf 42.326 Punkten.
Die US-Notenbank Fed setzte zwar wie von uns erwartet den geldpolitischen Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt nach unten - auf die Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent -, sie signalisierte für 2025 aber eine langsamere Lockerung ihrer Geldpolitik.
Nach der dritten Zinssenkung in diesem Jahr sagte Fed-Chef Jerome Powell auf der Pressekonferenz, dass die Fed nun an dem Punkt oder kurz davor sei, die Zinssenkungen zu verlangsamen. Wörtlich: „Von hier an ist es eine neue Phase. Wir werden bei weiteren Kürzungen vorsichtig sein. Die Geldpolitik sei zwar immer noch restriktiv, aber deutlich näher an einem neutralen Niveau“. Die US-Notenbanker gehen nun davon aus, dass sie bis Ende 2025 nur zwei statt vier Zinssenkungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt vornehmen werden. Dies ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im September allgemein erwartet.
Auch wenn die von Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China die Inflation leicht nach oben treiben werden, die Fed rechnet für das kommende Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 2,5 Prozent, und in Konsequenz die Zinsen in einem geringeren Ausmaß wie erwartet gesenkt werden, überwiegen für uns die positiven Impulse der Trump Regierung mit der in Aussicht gestellten Senkung von Steuern, diversen Regulierungen sowie einer Reihe angekündigter fiskalpolitischen Maßnahmen zur Förderung der US-Wirtschaft.
Vor diesem Hintergrund empfehlen wir an bestehenden Positionen festzuhalten und schwache Tage für Aufstockungen zu nutzen.
Wir favorisieren weiter US-Aktien
Auch nach der Mitte Dezember stattgefundenen FED-Sitzung bleiben wir positiv gegenüber US-Aktien eingestellt. Der Kontrast zum schleppenden Wirtschaftswachstum in Europa bleibt nach wie vor augenfällig.
An unserer Übergewichtung im Technologiesektor halten wir fest und setzen auf strukturelle Wachstumstrends wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz oder Cloud Computing.
Attraktiv bleiben für uns auch Geschäftsmodelle, die neben einer wirtschaftlichen Erholung von strukturellen Trends wie Energieeffizienz und Infrastruktur profitieren.
Zudem favorisieren wir Sektoren mit höherem Fremdkapitalbedarf, da diese von weiteren Zinssenkungen profitieren sollten. Hierzu gehören vor allem zyklische Unternehmen, die im Vergleich zu defensiven Titeln attraktiver bewertet werden.